Montag, 25. August 2014

Zeit bis zur Rekrutierung

Nach meiner Anmeldung wartete ich nun auf Post von Bern. ''Das kann doch nicht so lange dauern'', sagte ich mir jeden Tag und schaute endtäuschend in den Briefkasten.

Kurz vor meinem Geburtstag, als ich es schon fast vergessen hatte, kam endlich die Bestätigung und somit auch der Termin wann ich die Rekrutierung in Sumiswald BE haben werde. Man musste noch einige Dokumente nach Bern schicken damit sie mein Dossier erstellen konnten.

2.- 4. September war also jetzt mein nächstes Ziel, da ich kaum Geduld hatte und mich so extrem freute musste ich die Zeit irgendwie schnellst möglich und sinnvoll nutzen. Da ich ja schon wusste das ich den Weg in eine Kampftruppe einschlagen möchte und die Anforderungen dafür kein Pappenstiel für eine Frau sind, musste ich mich sportlich mehr betätigen. Um eine gute Vorbereitung an den Tag zu legen wenn es dann soweit sein wird.

Ich ging dieses Ziel ziemlich krass an. Meine Ernährung stellte ich komplett auf den Kopf, auch wenn es verdammt hart war zwischendurch. Das hiess, ich verlor innerhalb von 1 1/2 Monaten 10 kg und das noch ohne grossen zusätzlich sportlichen Aufwand. Das ich meine Muskelmasse nicht verlor, nahm ich genügend eiweissreiche Nahrung zu mir. Bald hatte ich das mit dem Sport auch geklärt, anfangs war es nur das Sommertraining einmal in der Woche vom Eishockey. Dieses war mir aber viel zu wenig und ich ging zusätzlich noch jeden zweiten Tag ins Fitnessstudio oder war im Wald joggend anzutreffen. Da ich immer noch nicht zufrieden war mit mir, stiess ich per Zufall durch einen Kollegen im Facebook auf eine Ausschreibung für ein Personaltraining der speziellen Art. Nach einigen Tagen hin und her überlegen und Diskussionen mit dem Partner wollte ich mir ein präziseres Bild davon machen und machte mit meiner jetzigen Trainerin einen Termin aus. Ich fuhr also an dem Tag nach Kerzers ins S- Fit und liess mich informieren über dieses 90 Tage Programm das sie angeboten hatte. Voller Überzeugung habe ich damals zugesagt und bin bis heute keinen Tag reuig es gemacht zu haben. Ich startete Anfangs Juli 2014. So vergingen die Tage wie im Fluge, mir wurde über die Ernährung, Körper und Sport sehr viel beigebracht, damit ich meine gesetzten Ziele nach 90 Tagen erreichen werden. Einen Monat später, per Zufall war es der 1. August unser Nationalfeiertag, wie passend. Ich schaute in den Briefkasten und was sah ich da, ein riesen Kuvert mit einem Schweizerkreuz ersichtlich. Sofort holte ich den Schlüssel und ries das Kuvert auf!

Wuhu, mein erste Marschbefehl, Dienstbüchlein und viel Papierkram mit den Anweisungen was an den Tagen der Rekrutierung alles mitgenommen werden muss und wie man sich dann dort auf dem Gelände zu verhalten habe, war drin. In diesem Moment als ich mein Dienstbüchlein in den Händen hielt ist mein Herz fast aus der Brust gesprungen und das Glückshormon war in Überproduktion, verdammt stolze Schweizerin, den Weg des Militärs antreten zu dürfen, nach erfolgreichen bestehen der Rekrutierung.



Noch zurück zu kommen auf mein sportlichen Betätigungen und Ernährung, nach fast zwei Monaten sind weitere 7 kg Körpergewicht verschwunden und Muskelaufbau läuft auf Hochtouren.

Um ja nichts zu vergessen und nicht alleine nach Sumiswald zu reisen, habe ich mittlerweile noch zwei weitere Frauen kennen gelernt. Wir haben eine kleine Gruppe gebildet um dann geteiltes Leid und Unterstützung zu haben. Wir werden gemeinsam am 2. September nach Sumiswald anreisen. Wir freuen uns alle und hoffe das wir alle gemeinsam unsere Ziele und Einteilungen erreichen die wir und gesetzt haben.


Ich hoffe, es gefällt euch wie ich über meinen Weg und Erfahrungen schreibe.
Nächster Blog werde ich bestimmen von der Rekrutierung hinterlassen

see you

Dienstag, 15. April 2014

Warum ich mich dafür entschieden habe Militärdienst zu leisten?

Die Frage warum ich das tun will stellte ich mich ein paar mal bis ich mir wirklich sicher war.

Auslöser zur Überlegung war eigentlich nur das mein Partner selber gerade von einem WK (Wiederholungskurs) zurück kam. Und der Wunsch Dienst zu leisten wieder grösser wurde. Und auch das ich bald zu alt sein werde um Ausgehoben zu werden.

Ein bisschen weiter zurück gegrifen. Das ich ins Militär gehen wollte wusste ich schon früh als der erste Brief mit 16 Jahren nach Hause flatterte. Da war es auch schon klar, dass ich den Jungschützenkurs besuchen werde um so mit dem Sturmgewehr 90 eins zu werden. Dieses tat ich bis ich 20 Jahre wahr. Auch in diesem Jahr habe ich meine Lehre als Hochbauzeichnerin abgeschlossen. Ich wollte aber keine Zeit verlieren und meine Zusatzlehrer direkt anhängen, was leider nicht ging und ich somit noch ein Jahr im selben Beruf arbeitete. 

Wenn ich das eher gewusst hätte, wäre die Anmeldung schon damals in Bern eingetroffen, aber leider war ich da zu Spät und im nächsten Sommer trat ich ja dann meine neue Lehre an als Zimmerin. Trotz alle dem, im Hinterkopf immer noch mit dem Gedanken ins Militär zu gehen.

Während der ganzen Zeit vergass ich das Militär nie, wurde ich auch immer damit konfrontiert. Kollegen die Aneckdoten erzählten oder ich mich selber informierte, in Medien einiges dazu hörte.

Eines war für mich klar, das wenn ich Dienst leisten würde, dies nicht nur einfach aus einem Spass heraus ist sondern voller ernst!

Stolze Sweizerin zu sein bedeute mir sehr viel und dazu würde für mich auch wie bei den Männern ein Obligatorium für Frauen in die Armee gehören. Da dieses aber nicht besteht gehe ich eben freiwillig.

Einige Punkte aus meiner Sicht warum ich mich entschieden haben als Frau Militär zu leisten:

- Verteidiegung und Schutz meines Vaterlandes
- Verantwortung zu übernehmen 
- auch einmal an die Grenzen des Unmöglichen zu kommen
- Kammeradschaft darf auch hier nicht fahlen
''Einer/Eine für alle, alle für einen/eine!

Nach Abklärungen mit dem Arbeitgeber und Familie, habe ich die Anmeldung ausgefüllt, unterschrieben und abgeschickt am 11.04.2014

Und nun warte ich aufgeregt auf Rückmeldung von Bern wann ich an die Aushebung darf.